Reisetipp Sardinien: Eine Insel für das ganze Jahr!

Reisetipp Sardinien: Eine Insel für das ganze Jahr

 

Reisetipp Sardinien: Sardinien ist nicht Italien. Soviel ist sicher. Das sagen die Sarden selbst – ihr Selbstverständnis ist ähnlich dem einer Kolonie im Ozean. Die Neuseeländer sind auch keine Briten. Dieses stolze Selbstverständnis findest du quasi in jedem Detail. Hier trinkst du Mirto statt Grappa, kletterst auf Nuraghen statt römische Denkmäler zu besichtigen, da isst du Culurgiones statt Spaghetti, du hörst im Inselinneren eher Sardisch als Italienisch. Nicht zuletzt hissen sie lieber ihre eigene Fahne, die „Quattro Mori“, statt der grün-weiß-roten Tricolore.

 

Beste Reisezeit: Nebensaison

Um die Insel, so wie sie ist, kennenzulernen, ist die Nebensaison perfekt. Du bist fast automatisch außerhalb des Massentourismus (den es auf Sardinien eh nur an wenigen neuralgischen Punkten und nur im Juli/August gibt). Sommer-Sonne-Strand ist super, aber wie so oft in Touristenorten eher künstlich. Und das kann ja jeder.
Der ganze Reichtum und die erstaunliche Vielfalt Sardiniens zeigen sich erst, wenn der Sommer vorbei oder noch nicht da ist. Gerade im Frühling und Herbst feiern die Sarden ihre besten Feste. Außerdem ist die Natur ganz bei sich, die Farben leuchten, das Wetter kann alles: von richtig schön und sonnig warm bis mega beeindruckend, wenns mal stürmt. Die Strände, Museen und Sehenswürdigkeiten sind nicht mehr überfüllt, sondern gehören dir mit Glück fast ganz allein.

 

Meine Lieblingsplätze

Die Insel ist unendlich voll mit tolle Plätzen – und wahnsinnig groß. Daher kann ich hier auch mal ein paar davon verraten, ohne dass ich gleich mit Touristenhorden rechnen muss 😉

 

1. Capo Testa, Nordküste

Die bizarre Felslandschaft ist der helle Wahnsinn. Eine ganze Halbinsel voller Skulpturen, die nur Wind und Wellen modelliert haben. Hier sitze ich, wenn ich mal das dringende Bedürfnis habe, abzuschalten und nur aufs Meer oder hinüber nach Korsika zu starren. Der Platz ist super sowohl bei Sturm – die heran rauschenden Wellen brechen sich hier besonders schön – als auch bei Sonne: Dann klettere ich über die übermannshohen Felsen einmal quer durch bis ins ehemalige Hippie-Tal Valle della Luna.

2. Golfo di Orosei, Ostküste

Die Buchten es Golfo di Orosei sind alle ein einziger Traum. Viele davon sind nur per Boot (z. B. ab Santa Maria Navarrese = guter Ausgangspunkt für eine Kombi aus Aktiv- und Strandurlaub) oder über mehrstündige Trekkingpfade in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu erreichen. Umgeben von hohen Felswänden, vor dir traumhaftes Türkiswasser: von der Cala Fuili über die Cala Goloritzè bis zur Pedra Longa ist die gesamte Küste des Supramonte einfach nur grandios.

3. Gola Su Gorropu, Supramonte, Osten

Die Schlucht ist wirklich kein Geheimtipp mehr, aber einfach zu schön, um sie auszulassen. Bis zu 300 Meter hoch sind die Wände, riesige weiße Felsen liegen im Weg, die Natur ist unheimlich beeindruckend. Etwa einen Kilometer zieht sie sich bis in den Supramonte di Urzulei . In die Schlucht kommst du nur zu Fuß nach ca. 1-2 Std. Wanderung.

 

4. Gennargentu, Inselmitte

Das Herz der Insel liegt in der Barbagia. Wenn du in die Dörfer, die sich an die Hänge des Gennargentu schmiegen, fährst, machst du eine kleine Zeitreise. Wenn du in Fonni, Desulo, Aritzo, Belvi, Sorgono oder Teti aussteigst, findest du uralte Werte, Kulturen und Traditionen. Dorthin gelangst du über traumhafte Serpentinen. Das Dach der Insel mit der Punta Lamarmora (1.834 m) wirkt wiederum eher flach und hügelig und ist ein top Trekkinggebiet. Überraschung: Im Winter kannst du auf dem Bruncu Spina (1.829 m) sogar Skifahren!

5. Cagliari, Südküste


Viele mögen die sardische Hauptstadt nicht, weil sie so chaotisch ist und die Straßen miserabel. Ich find sie super, weil sie immer lebt, viel Lebensqualität und eine aktive Kunst- und Kulturszene hat. Ich hab hundert Lieblingsplätze in Cagliari. Hier drei davon: 1. der Hausberg Sella del Diavolo, von dem du den Poetto überblicken kannst. 2. der Parco Molentargius Saline, Salzseen im Stadtgebiet, in denen ganzjährig Flamingos leben, 3. das Castello-Viertel zwischen Torre dell’Elefante (dahinter ein typisch sardisches Restaurant und eine Bar) bis zum Torre di Pancrazio an der Museumszitadelle.

6. Carloforte, Isola di San Pietro, Südwesten


Vielleicht die italienischste Stadt Sardiniens. Liegt daran, dass sie von Genueser Einwanderern gegründet wurde und die ihre Kultur hegen und pflegen. So, wie die Sarden keine Italiener sind, sind die Einwohner von Carloforte keine Sarden. Alles klar?! Jedenfalls findest du auf der Insel vor der Insel alles: vom traumhaften Dolce Vita im Sommer bis zu einer unaufgeregten stillen Schönheit im Winter.

Du merkst vielleicht jetzt schon: Sardinien ist irre vielseitig. Der beste Tipp, den ich dir geben kann: Mache eine Rundreise kreuz und quer durch Sardiniens verschiedene Regionen. Und die sardische Gastfreundschaft ist vielleicht das Beste an der Insel.

Viel Spaß auf der schönsten Mittelmeerinsel der Welt 😉

Und nun noch ein Paar Worte zu unserer Verfasserung des Reisetipp Sardinien:

pecora nera – das schwarze Schaf

Hallo, ich bin Nicole, gebürtige Schleswig-Holsteinerin, und verbringe mittlerweile den größten Teil des Jahres auf Sardinien. Als mein Alter Ego pecora nera (italienisch für schwarzes Schaf, weil abseits des Massentourismus) reise ich kreuz und quer durch die Insel, liebe Trekking, Segeln und Klettern, gutes Essen und Wein. Davon blöke, äh, blogge ich und so sind seit 2010 superviele Reisetipps zusammen gekommen: alle aus erster Hand, persönlich erlebt und vor allem für die Nebensaison. Außerdem schreibe ich gerade einen Reiseführer für das ganze Jahr auf Sardinien.
Das schwarze Schaf freut sich auf deinen Beeehsuch  www.pecora-nera.eu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.